Was du im Alltag gegen Rassismus tun kannst!

Lasst uns unsere Stimmen erheben und aktiv dagegen vorgehen.

Rassismus existiert seit Jahrhunderten und wo manch einer schon geglaubt hat, das Problem ist im Jahr 2020 verschwunden, liegt einfach nur aus Unwissenheit komplett falsch. 2019 zählte das Bundesinnenministerium 7.909 rassistische Straftaten. Das waren rund 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Etwa 7 Prozent der Bevölkerung haben rassistische Auffassungen – das heißt sie werten Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe oder Abstammung ab. Rund 19 Prozent sind fremdenfeindlich eingestellt, was auch rassistisch ist – weil sie etwa Aussagen zustimmen wie "Es leben zu viele Ausländer in Deutschland". 

 

Ich selbst bin erst wieder Zeuge von Rassismus geworden. Als ich in die S-Bahn einstieg, sah ich wie ein fremder Mann eine Frau aufgrund ihrer Hautfarbe beschimpfte. Erschreckend war, dass keiner um sie herum seine Stimme nutze, um die Frau zu schützen. Immer wieder schauen Menschen weg, weil sie unangenehmen Situationen aus dem Weg gehen möchten, selbst nicht betroffen sind, denken es wäre nicht so schlimm, keinen Ärger haben möchtenund sogar Angst haben. Solche Situationen sind keine Einzelfälle. Niemand sollte diskriminiert, unterdrückt und verbal oder körperlich angegriffen werden. 

Jeder sollte gleiche Chancen im Leben haben. Lasst uns gemeinsam etwas ändern, etwas bewegen. 

Lasst uns unsere Stimme erheben und aktiv gegen Rassismus vorgehen. Wir alle tragen die Verantwortung, wenn wir still bleiben, statt laut dagegen vorzugehen.

Ich habe mich gefragt, wie ich das Thema noch weiter in meinen Alltag mitnehmen kann. Was kann ich alltäglich gegen Rassismus tun? 

 

1. Wissen ist Macht / Educate yourself

Informiere dich über Rassismus, denn dieser ist allgegenwärtig. Rassismus verschwindet nicht, nachdem Social Media Trends und Hashtags wie #Blacklivesmatter #Blackouttuesday #JusticeforGeorgeFloyd vergessen sind. Es ist ein langer Prozess, in dem jeder einzelne ganz bewusst aktiv werden muss. Systematischer Rassismus existiert nicht nur in Amerika, sondern überall auf der Welt, auch in Deutschland. Ich habe mich selbst immer als Anti-Rassist bezeichnet und war erschrocken, wie unaufgeklärt ich war. Mir war überhaupt nicht bewusst, wie privilegiert wir sind. People of Color werden von Beginn an in eine Minderheit hineingeboren. Eine Minderheit, die in jeder Hinsicht unterdrückt wird und nicht dieselben Chancen bekommt, die Weiße für ganz selbstverständlich wahrnehmen. Je besser man über Rassismus informiert ist und je mehr man sich zu dem Thema bildet, desto mehr Kraft und Argumente haben wir dagegen vorzugehen.

 

2. Erhebe deine Stimme

Sprich das Thema bei Familie, Kindern, Freunden und Bekannten an. Bezieh Stellung, positioniere dich ganz bewusst. Rede über die Problematik und mache immer wieder auf das Thema aufmerksam. Es reicht nicht aus zu sagen: „Ich bin kein Rassist.“

Das System, die systematische Unterdrückung, muss durchbrochen werden. Dies kann nur passieren, wenn wir uns immer bewusst damit auseinander setzen und unsere Stimme dagegen erheben. 

 

3. Trage Verantwortung 

Es geht nicht um Schuld, sondern es geht um Verantwortung. Gehe unangenehmen Diskussionen und Situationen nicht aus dem Weg. Handel proaktiv. Jeder trägt die Verantwortung gegen Rassismus zu kämpfen. 

„Behandle jeden, wie du selbst behandelt werden möchtest. Zeige Respekt und mache dabei keine Unterschiede."

4. Sei aufmerksam!

Höre Betroffenen aufmerksam zu, wenn sie von ihren Erfahrungen berichten. Frag wie es ihnen geht, wie sie sich fühlen und was du für sie tun kannst. Du erfährst vielleicht selbst keinen Rassismus, aber du kannst umso mehr darüber lernen. Oft hilft es Erfahrungen auszutauschen und verschiedene Betroffenenperspektiven kennenzulernen. Das Wissen und das Engagement anderer Betroffener kann empowernd wirken.

 

5. Unterstütze „Local Black Businesses“.

Es ist wichtig, hier ein Zeichen zu setzen. Selbstständige werden zu oft aufgrund Rassismus benachteiligt. 

 

6. Unterstütze Organisationen

Informiere dich auf Websiten von Organisationen über die Positionen von People of Color. Lerne ihre Perspektive kennen. Unterstütze mit Geldspenden, wenn es deine finanzielle Lage zulässt und unterschreibe Petitionen.

 

7. Erkenne Rassismus in deinem Leben, auch in deiner Vergangenheit. 

Nimm dir einen Moment und reflektiere deine Kindheit, deine Schulzeit und denk über all die Momente nach, in denen Rassismus gegenwärtig war. 

Wenn du Menschen fragst, woher sie kommen und sie antworten München – dann ist das vermutlich einfach so. Frag bitte nicht sofort nach ihren Eltern, Großeltern. Mach auch keine rassistischen Witze. Es ist nicht lustig, Witze auf Kosten (benachteiligter) anderer Menschen zu machen.

 

8. Erkenne deine Privilegien

Nicht von Rassismus betroffen zu sein, ist mit sozialen, politischen und kulturellen Privilegien verbunden. Mache dir bewusst, dass Menschen, die nicht vom Rassismus betroffen sind – und zwar unabhängig davon, wie sie persönlich zu dieser Ideologie stehen – häufig davon profitieren und Vorteile haben. Werde dir bewusst, dass es wichtig ist, sich einzumischen und die eigene Stimme für mehr Gerechtigkeit und Chancengleichheit einzusetzen. 

 

9. Das wichtigste zum Schluss

Bleib dran und lass dich nicht verunsichern. 

Das Problem wird nicht in wenigen Tagen gelöst sein, daher ist es umso wichtiger, nicht aufzugeben und an den genannten Punkten weiterhin festzuhalten. Durch die Kontinuität und Solidarität werden wir es schaffen, die Welt gemeinsam zu verbessern. 

 

Film-, Buch und Podcastempfehlungen:

 

FILME

  • I am not your Negro

  • 13th

  • Dear White People

  • The Black Panthers: Vangueard of the Revolution

  • The Rachel Divide

  • American Son

  • When They See Us

  • Black Power Mixtape: 1967-1975

  • The Central Park Five

  • Get Out

  • See You Yesterday

PODCASTS

  • Exit Racism

  • Seeing White

  • About Race – Reni Eddo-Lodge

  • 1619 – New York Times

  • Good Ancestor Podcast – Layl F. Saad

  • We need to Talk about the British Empire – Afua Hirsch

 

BÜCHER

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